Wer kennt das nicht – ohrenbetörender Lärm, aber nicht vom Staubsauger, der Baustelle oder dem vorbeifahrenden Zug. Nein, Dein Kind schreit hier beinah die Wände zusammen. Manchmal ist es nur ein kleines Ereignis und schon findest Du Dich mitten in der unliebsamen Situation. Doch was tun, wenn das Wutmonster wieder da ist. Hier findest Du 10 Punkte, die Dir helfen, die Situation zu überstehen. 

1) Bleib ruhig! Nicht umsonst spricht man umgangssprachlich vom „kleinem Gewitter“. Das wetterbedingte wie das kindsbezogene tobt erst einmal umher bis es sich rasch beruhigt und davon zieht. Damit das Gewitter nicht viel Schaden anrichtet, liegt an uns Eltern – und auch hier, wie bei einem Naturereignis, ist es das Beste, sich ruhig zu verhalten. Wenn das Kind schreit, hat es sich manchmal „fest geschrien“. Dann braucht es erst einmal etwas Abstand oder ein Ereignis, das den Wechsel von Wut zur Normalität vollziehen kann, z.B. wenn ich in einen anderen Raum gehe. Sobald Dich Dein Kind wieder anschaut, biete ihm offene Arme. Auch der Blog ´Muttis Nähkästchen´ hat davon schon berichtet:“Der Trick, einen Wutanfall ehestmöglich zu beenden ist: Sobald die Wut-Spitze abflaut und in Traurigkeit umschwingt, ist das Kind erreichbar für Trost. Der schellste Weg, um die “Wut-Spitze” rasch zu beenden, ist: Nichts tun! Alleine das Stellen von Fragen kann die Wutphase – und somit den gesamten Trotzanfall – verlängern, denn in so einer Phase können die Kinder nur schwer Informationen … verarbeiten.“ *1

2) Ein Wechselbad der Gefühle „Ein Trotzanfall beinhaltet: Zorn (schreien und brüllen) und Traurigkeit (weinen und wimmern). Beide Gefühle treten mehr oder weniger gleichzeitig auf, wechseln sich gegenseitig ab.“*1 Hier noch mit Salven auf Dein Kind einzureden bringt nicht viel, denn während des Trotz- oder Wutanfalls ist man nicht zugänglich für lange Erklärungen. Spreche kurz und deutlich. Versuche, während des Trotzanfalls Wörter wie „nicht“ und „nein“ zu vermeiden, sondern z.B. zu sagen: „Ich kann Dich verstehen. Wir können das doch wieder morgen nach dem Abendessen machen. Boah, das wird toll!“ statt „Nein, Du darfst das jetzt nicht!“. Dieses würde den Wutanfall erneut antreiben. Ein echter Wutanfall kann das Kind nicht kontrollieren. Es daür noch zu bestrafen, wäre unsinnig und gemein.

3) Habe Verständnis Manche Dinge sind für Kinder tatsächlich schwerwiegender als für uns Erwachsene. Versuche, Dich in die Sicht Deines Kindes zu versetzen. Wenn Du nicht weiß, warum Dein Kind schreit, versuche, die Ursache zu erforschen und diese ernst zu nehmen.
4) Gleiches Schema: Wutanfälle kommen und gehen meist im gleichen Muster. So kannst Du Dich besser darauf einstellen und hast die Möglichkeit verschiedene Taktiken auszuprobieren. Schaue, wie sich Dein Kind am schnellsten wieder beruhigt.

5) Konsequent bleiben Bleibe bei Deiner Entscheidung, sonst lernt Dein Kind, dass es mit Nörgeln oder Schreien weiter kommt – und genau das wollen wir ja vermeiden.

6) Unterscheiden Lerne, wann Dein Kind es „raus drückt“ (also starkes Quängeln mit dem gezielten Versuch, etwas zu erreichen) oder wenn es „echte“ Emotionen hat, die es in dem Moment nicht kontrollieren kann (siehe 3). Bei dem gezielten Verhalten hast Du mehr Spielraum in Deinem Verhalten. Aber auch hier gilt: konsequent bleiben. Versuche das Quängeln zu ignorieren oder ruhig zu erklären, dass, egal, wie es sich jetzt verhält, Deine Entscheidung steht (ihm z.B. dies oder jenes nicht zu geben).

7) Sachlich bleiben Ansagen wie „Wenn Du jetzt nicht, dann..“ haben meiner Erfahrung nach meist nicht den gewünschten Effekt. Meist bringt es mehr, etwas sachlich zu erklären.

8) Der Umkehrmoment Wie unter 1) beschrieben, braucht es manchmal ein „Wechselereignis“, also ein Ereignis, das die Wutspitze durchbricht und das Gewitter ablauen lässt. Wenn z. B. das sachliche Erklären nichts hilft, kann man z.B. den Raum verlassen (da muss man ausprobieren, was am besten hilft oder intuitiv reagieren). Oft wird das Geheul des Kindes dadurch intensiviert, aber gleichzeitig ist es dann der Umkehrmoment, der die „stecken gebliebenen“ Emotionen frei lässt und das Kind ist dann einfach nur froh, wenn Mama es endlich in den Arm nimmt.

9) Darüber sprechen Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es hilfreich ist, das „Wutmonster“ zu benennen und darüber zu sprechen, was passiert ist. Man kann auch sagen, dass es nicht so schön ist, wenn das Wutmonster da ist und wir das nächste Mal versuchen, es gemeinsam zu bekämpfen.

10) Du bist nicht allein oder Du bist auch nur ein Mensch Wenn es Dir zu viel wird, dürfen wir Mamas auch nur Menschen sein und z.B. sagen: „Tut mir leid. Das ist mir jetzt zu viel.“ und woanders hingehen. Wisse außerdem, Dir geht es genauso wie all den andern Eltern, zumindest mehr oder weniger. Und: Auch wenn Du in der Theorie alles verstanden hast, ziehe nicht zu streng mit Dir ins Gericht, wenn es in der Praxis nicht immer so klappt.

Fazit: Genrerell unterscheide zwischen einem echten Wutanfall, also mehr oder weniger unkontrolllierbare Gefühle Deines Kindes, und lautem Nörgeln, das als Druckmittel eingesetzt wird. Unterscheide diese, damit Du angemessen reagieren kannst. Versuche auf jeden Fall ruhig und sachlich zu bleiben und den „Umkehrmoment“ einzuleiten, damit Du daraufhin Dein Kind wieder in die Arme schließen kannst.

 

Hilfreiche Links/ Bücher

Das kleine Wutmonster

Erziehen ohne Frust und Tränen: Das liebevolle Elternbuch

Quelle *1: Muttis Nähkästchen

Elternwissen

 

Alles Gute

Eure Caro 

 

Foto: Gerrit Schmit – pixelio.de